Softeis aus Automaten - kühl, cremig, geschmacksintensiv
LAVES überprüft Proben aus der Gastronomie und von Jahrmärkten
Softeis ist eine beliebte Nascherei im Sommer und sicher vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern bereits seit der Kindheit bekannt. Auch heute erfreut es sich nach wie vor großer Beliebtheit. Doch was eigentlich ist das Besondere am Softeis?
Im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des LAVES werden lose Softeisproben aus Gastronomiebetrieben, dem Lebensmitteleinzelhandel und von Jahrmärkten untersucht. Im Jahr 2022 wurden 23 Proben unter anderem auf wertgebende Zutaten und Allergene geprüft.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eröffneten in Deutschland die ersten italienischen Eisdielen und die industrielle Herstellung von Speiseeis begann.
Die Geburtsstunde des Softeises dagegen ist jüngeren Datums und ist auf eine eher zufällige „Entdeckung“ in den USA zurückzuführen. Nach der Panne eines Kühllieferwagens wurde das schmelzende, weiche Speiseeis noch zwei Tage verkauft und fand großen Zuspruch bei den Kunden.
Nach der Entwicklung einer speziellen Rezeptur für „weiches“ Eis dauerte es nicht lange, bis in den USA Softeismaschinen erfunden und 1958 nach Deutschland importiert wurden.
Herstellung von Softeis
Bei Softeis handelt es sich um eine sehr weiche Variante des Speiseeises, die auf ein besonderes Herstellungsverfahren in speziellen Softeismaschinen zurückzuführen ist.
Der flüssige Eismix (gebrauchsfertige Zubereitung oder pulverförmiger Ausgangsstoff, angerührt mit Wasser), wird durch Druckluft in den Gefrierzylinder der Eismaschine gepumpt und dadurch aufgeschäumt. Der auf -6°C abgekühlte Eismix wird ständig gerührt. Dabei entsteht an den Wänden des Gefrierzylinders eine dünne Eisschicht, die fortlaufend von scharfen Schabern abgekratzt wird und wieder in die sich bewegende Eismasse gelangt. Hierdurch wird die bekannte cremige, „fluffige“ Konsistenz erreicht, mit der das Softeis direkt aus der Eismaschine für den Verbraucher entnommen wird.
Intensiverer Geschmack von Softeis Softeis wird bei deutlich höheren Temperaturen (-6°C) als herkömmliches Speiseeis (-18°C) hergestellt. Die kälteempfindlichen Geschmacksknospen der Zunge können daher den Geschmack von Softeis intensiver wahrnehmen, das kältere Speiseeis wird als weniger geschmacksintensiv empfunden. |
Im Jahr 2022 wurden 23 lose Softeisproben untersucht. Die Proben stammten aus Gastronomiebetrieben, dem Lebensmitteleinzelhandel und von Jahrmärkten. Deren unterschiedliche Geschmacksrichtungen wurden größtenteils durch Aromen hervorgerufen - dazu zählten 14 Vanille-Proben (viermal „Vanille“, zehnmal „Vanillegeschmack“, teilweise mit anderen Geschmacksrichtungen wie beispielsweise Erdbeere oder Schoko kombiniert). Bei sechs Proben war keine Geschmacksrichtung angegeben, zweimal handelte es sich um veganes Eis und einmal um Softeis mit Schokogeschmack.
Chemisch wurden unter anderem wertgebende Zutaten (Vanillearomastoffe, Milchfett) und bei farbigen Produkten das Vorhandensein von Farbstoffen untersucht. Im Rahmen der immunologischen Analytik wurde die Anwesenheit von Allergien und Unverträglichkeiten auslösenden Stoffen („Allergene“) geprüft.
Insgesamt elf Proben - und damit fast die Hälfte der Proben (48 Prozent) - fielen durch Mängel auf.
Die vier Softeis-Proben mit der Bezeichnung „Vanille“ wurden als irreführend beurteilt, da ihr Geschmack nicht durch natürliche Vanille, sondern ein synthetisch oder biotechnologisch erzeugtes Aroma hervorgerufen wurde. Die korrekte Bezeichnung lautet dann zum Beispiel „Softeis (mit) Vanillegeschmack“. Dies war, wie aus Fotos ersichtlich wurde, bei zwei Eisen bereits auf der Fertigpackung des pulverförmigen Ausgangsstoffes angegeben.
Alle Proben wurden auf die nach der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) für Allergiker erforderliche Kenntlichmachung von „Allergenen“ geprüft. Bei 15 Eisen wurde auf die Verwendung von Milch hingewiesen. In sechs von acht Proben, die ohne „Allergen“-Angaben angeboten wurden, war Milch verwendet worden.
Bei den beiden veganen Eisen waren bei den immunologischen Untersuchungen erfreulicherweise weder „Allergene“ noch tierische Bestandteile nachweisbar.
Vereinzelt wurden Mängel in der Kennzeichnung der Ausgangsstoffe festgestellt. Dazu zählen der Wortlaut des Mindesthaltbarkeitsdatums, die Reihenfolge, die Vollständigkeit und Wortwahl der Nährwertkennzeichnung sowie widersprüchliche Angaben (zum Beispiel „Milch“ als Zutat sowie als Spurenhinweis).
Frühere Untersuchungen
In einem vergleichbaren Projekt im Jahr 2017 wurden 18 lose Softeisproben unterschiedlicher Geschmacksrichtungen (unter anderem sechsmal Vanille) aus Gastronomiebetrieben, dem Lebensmitteleinzelhandel und von Jahrmärkten untersucht.
Dabei wurden bei acht Proben (entspricht 44 Prozent) folgende Mängel festgestellt:
- Vier Eise waren irreführend als Softeis „Vanille“ bezeichnet, da ihr Geschmack durch ein synthetisch oder biotechnologisch erzeugtes Aroma hervorgerufen wurde.
- Bei zwei Eisen fehlte der nach der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) für Allergiker erforderliche Hinweis auf die Verwendung von Milch.
- Vereinzelte kleinere Mängel in der Kennzeichnung der Ausgangsstoffe.
Fazit:
Hinsichtlich der Eis-Bezeichnung und Kenntlichmachung der „Allergene“ besteht noch Handlungsbedarf.
Die als Softeis „Vanille“ ausgelobten Proben enthielten größtenteils keine „echte“ Vanille und waren somit irreführend bezeichnet.
Verbraucherinnen und Verbraucher wurden nicht durchgängig über „Allergene“ als Zutaten informiert. Sofern zum Eis keine Angaben zu den verwendeten Stoffen ersichtlich sind, ist es ratsam, direkt beim Verkaufspersonal danach zu fragen.
Quellen:
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